Patienten Information - morbide Adipositas [zurück]

Verstellbares Magenband Inhalt auf einen Blick

Univ.-Doz. Dr. med Karl Miller

Facharzt für Chirurgie, gerichtlich beeid. Sachverständiger

 
Chirurgische Abteilung, Krankenhaus Hallein, Buergermeisterstr. 34, A-4500 Hallein
Tel.: ++43 - 6245-799-360
Fax: ++43 - 6245-799-361
Mobiltelefon ab 15 00 Uhr: 0664 - 25 28 29 5

Warum chirurgische Eingriffe bei krankhafter Adipositas?

Bei einem Übergewicht von 45 Kg über dem Normalgewicht spricht man von einer krankhafter Adipositas. Diese Art der Fettleibigkeit wird krankhaft genannt, da die Lebenserwartung dieser Menschen beträchtlich kürzer ist. Die krankhafte Adipositas kann von anderen Krankheiten wie z.B. Diabetes, Bluthochdruck, Gelenkschäden, Herzfehlern, Gallensteinen und psycho-sozialen Problemen begleitet sein. diese zusätzlichen Belastungen können jedoch durch Gewichtsverlust stark verringert werden.

Wie die meisten Patienten, die unter Fettleibigkeit leiden, haben auch Sie wahrscheinlich schon häufig versucht , Ihr Übergewicht zu verringern, z.B. durch Diäten, Bewegungstherapie, Psychotherapie, Hypnose und vielleicht auch durch Gruppentherapie. Leider waren die Erfolge nur von kurzer Dauer. Chirurgie ist eine erfolgreiche Methode, die erwiesenermaßen auch langfristig Erfolg verspricht.

Das Ziel des chirurgischen Eingriffs

Operative Eingriffe am Magen haben zum Ziel, die Nahrungsaufnahme und/oder die Absorption der Nahrung im Magen-Darm-Kanal einzuschränken.

Die am häufigsten angewandte Methode besteht aus dem Aufschneiden und Nähen (in diesem Fall: Klammern ) des Magens oder dem Verlegen bestimmter Darmschlingen. All diese Techniken bedeuten tiefgreifende Veränderungen der Anatomie des Magen-Darm-Traktes.

Die Silikon-Magenband-Operation ist ein Eingriff, der die Nahrungsaufnahme stark einschränkt, indem das Band um den oberen Teil des Magens gelegt wird - ohne Aufschneiden, ohne Nähen. Die normale Anatomie des Magen-Darm-Traktes bleibt somit unangetastet.

Das Adjustable Silicone Gastric Band (ASGB) System

 

 

Das "Justierbare Silikon-Magenband" wurde von Dr.Lubomyr I.Kuzmak (Livingston,New Jersey, USA) entwickelt.

Das ASGB ist ein 12 mm breites Band aus weichem Silikon mit einem elastischen Gefäß, das - je nach Patient - durch eine Injektion aufgefüllt werden kann.

Das Band wird um den oberen Teil des Magens gelegt, so daß der Magen in zwei Teile aufgeteilt wird, einen kleinen Teil oberhalb des Bandes mit etwa 25 ml Inhalt und dem Rest unterhalb des Bandes. Diese beiden Teile sind durch eine kleine Öffnung unter dem Band miteinander verbunden. Diese Verbindung wird Stoma genannt (siehe Foto auf der Vorderseite der Broschüre).

Das ASGB gibt dem Chirurgen die Möglichkeit, den Stoma-Durchmesser zu verändern. An dem Band ist ein kleiner Schlauch angebracht, der mit seinem anderen Ausgang in ein Injektionsreservoir mündet. Dieses Reservoir wird im geraden Bauchmuskel implantiert und ist auf dem Röntgenbild sichtbar. Durch eine Injektion in das Reservoir kann der Chirurg durch Hinzufügen oder Entfernen von Flüssigkeit im elastischen Teil des Bandes das Stoma vergrößern oder verkleinern.

Die ASGB-Methode ist der einzige chirurgische Eingriff bei Fettsucht, der Stomaveränderungen ohne eine weitere Operation ermöglicht.

Ziel der Magenoperation ist es, die Speiseaufnahme zu vermindern und ein längeres Sättigungsgefühl nach Nahrungsaufnahme zu erreichen.

Welche Vorteile bietet das ASGB?

Die ASGB-Methode ist:

Der geringfügigste operative Eingriff, da am Magen nicht geschnitten werden muß.

Die einzige Methode mit einer genauen Einstellung von Stoma und oberen Magenteil.

Die einzige Methode, die eine Veränderung des Stoma-Durchmessers ohne weitere Operation ermöglicht.

Die einzige Methode, die nach Entfernung des Bandes die Rückführung des Magens in seinen ursprünglichen Zustand erlaubt.

Zum Gewichtsverlust

Der durchschnittliche mit dem Magenband erzielte Gewichtsverlust ist dem herkömmlicher operativer Methoden durchaus vergleichbar.

Die untenstehende Auflistung bezieht sich auf den durchschnittlichen Verlust von Übergewicht.

Nach der Operation % Verlust Übergewicht
3 Monate 20 %
6 Monate 20 - 40 %
1 Jahr 58 %
4 Jahre 65 %

Es ist selbstverständlich sehr wichtig, daß Sie den Anweisungen Ihres behandelnden Arztes bezüglich Diäten und Übungen genauestens Folge leisten.

Wann kommt eine ASGB-Operation für Sie in Frage?

Sie müssen die folgenden Kriterien erfüllen, um für eine ASGB-Operation in Frage zu kommen:

Sie haben ein Übergewicht von mindestens 80 % des Idealgewichts. (Body Mass Index > 40 kg/m²)

Sie sind mindestens 18 Jahre alt.

Sie sind seit mindestens 5 Jahren wegen Fettleibigkeit in ärztlicher Behandlung.

Ihnen ist es bis heute noch nicht gelungen, Gewicht durch eine andere, nichtoperative Methode zu verlieren.

Sie leiden nicht an anderen Krankheiten, die Ihre Fettleibigkeit verursachen.

Sie sind bereit, Ihre Eßgewohnheiten drastisch zu verändern und an ambulanten Kontrollen Ihres behandelnden Chirurgs teilzunehmen.

Diese 6 Punkte sind die Mindestanforderungen, die Sie erfüllen müssen, um für ASGB in Frage zu kommen. Natürlich hat auch jede/r Chirurg/in noch seine oder ihre eigenen Kriterien, die Sie erfüllen müssen. Fragen Sie Ihren Arzt nach weiteren Einzelheiten.

Die ASGB-Operation

Sie werden ein paar Tage vor der Operation in das Krankenhaus eingewiesen. Unter Vollnarkose verschafft man sich durch eine Bauchspiegelung Zugang zum Magen. Das Band wird um den Magen gelegt und das Injektionsreservoir im Bauchmuskel implantiert. Schon im Krankenhaus wird Ihnen eine Diät verordnet. Darüber hinaus müssen Sie sich viel bewegen. Die Dauer des Krankenhausaufenthalts hängt von Ihrer Genesung und der Beurteilung des behandelnden Arztes ab.

Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus ist es sehr wichtig, daß Sie den Anweisungen des behandelnden Arztes Folge leisten. U.a. wird er Ihnen sagen, daß Sie die Nahrung gut kauen und nicht zu schnell essen sollen.

Ein paar Tips für die Zeit nach der Operation:

1. Essen Sie nur kleine Happen, nehmen Sie sich Zeit und kauen Sie gut.

2. Beenden Sie jede Mahlzeit, sobald Sie sich satt fühlen.

Trinken Sie viel Wasser, um einer Austrocknung vorzubeugen.

Trinken Sie vor dem Essen!

Falls nötig, verschreibt Ihnen Ihr Arzt zusätzliche Vitamin- und Mineralpräparate.

Wenn Sie den Diätanweisungen Folge leisten, verläuft der Heilungsprozeß zügig und problemlos. Sie dürfen 4 Wochen nicht schwer heben, um die Wundheilung nicht zu verzögern. Sie dürfen kein Aspirin oder andere derartige Medikamente einnehmen, da diese den Magen reizen können. Informieren Sie auf jeden Fall Ihren Hausarzt darüber, daß Sie diese Medikamente nicht einnehmen dürfen.

Wann muß die Einstellung des ASGB verändert werden?

Die Einstellbarkeit des Bandes ist ein großer Vorteil. Das Stoma kann verkleinert werden, wenn sich herausstellt, daß Sie zu wenig Gewicht verlieren oder eine zu große Nahrungsmenge in kurzer Zeit aufnehmen können. Das Stoma wird vergrößert, wenn sich herausstellt, daß Sie nur schwer flüssige Nahrung zu sich nehmen können oder wenn Sie häufig erbrechen müssen.

Welche Risiken birgt das ASGB?

Die Implantation des Magenbandes ist eine größere Operation. Es bestehen die gleichen Risiken wie bei anderen größeren Operationen. Es besteht die Möglichkeit daß von einer endoskopischen Operation auf die herkömliche Operation durch Bauchschnitt umgestiegen werden muß.

Die Gefahr einer postoperativen Komplikation liegt bei etwa 3-5 %. Dazu gehören Infektionen, Lungenentzündung und Blutungen.

Es besteht ebenfalls das Risiko, daß Sie nach einiger Zeit wieder an Gewicht zunehmen. Ständiges Naschen oder Essen von kalorienreichen Nahrungsmitteln können das Magenband nutzlos machen.

Die Hauptfolge der Implantation des Magenbandes ist eine radikale Veränderung Ihres Lebensstils. Sie müssen sich vollständig auf die Einnahme von " nur" drei kleinen Mahlzeiten am Tag einstellen. Außerdem müssen Sie stark kalorienhaltige Getränke vermeiden.

Mögliche, speziell mit dem Magenband verbundene Risiken:

- Magenschleimhautschwellung durch Druck von außen, Magenschleimhautentzündung

- Undichtigkeit des Schlauches und des Ballons

- Undichtigkeit des Injektionsreservoirs

Eine erneute Operation gehört ebenfalls zu den Risiken.

Ihr persönlicher body mass index (BMI)

 

BMI (body mass index): Kg/m²

 

Der normale BMI bewegt sich zwischen 15 und 25 Kg/m² und wird durch eine Verbindungslinie zwischen Körpergröße und Körpergewicht ermittelt.

 

 

 

Zum Thema Übergewichtsverlust:

 

BMI (body mass index) präoperativ: Kg/m²

(Präoperatives Gewicht)-(Idealgewicht)=(Übergewicht)

 

Gewichtsabnahme:

% EWL (excess weight loss) wird international als Maßstab für die Gewichtsreduktion und somit für den Erfolg der Operation herangezogen. Die Berechnung erfolgt:

% EWL= (Gewichtsabnahme):(Übergewicht) x 100

Die Berechnungen sind wichtig um die Notwendigkeit einer Feineineinstellung des Magenbandes rechtzeitig zu erkennen.

 

30 Tage nach Operation

60 Tage nach Operation

90 Tage nach Operation

4 Monate nach Operation

5 Monate nach Operation

Präoperatives Gewicht          
Idealgewicht          
Übergewicht          
Gewichtsabnahme          
% EWL          

 

6 Monate nach Operation

7 Monate nach Operation

8 Monate nach Operation

9 Monate nach Operation

1 Jahr nach Operation

Präoperatives Gewicht          
Idealgewicht          
Übergewicht          
Gewichtsabnahme          
% EWL          

 

1,5 Jahre nach Operation

2 Jahre nach Operation

2,5 Jahre nach Operation

3 Jahre nach Operation

3,5 Jahre nach Operation

Präoperatives Gewicht          
Idealgewicht          
Übergewicht          
Gewichtsabnahme          
% EWL          
           
 

6 Monate nach Operation

7 Monate nach Operation

8 Monate nach Operation

9 Monate nach Operation

1 Jahr nach Operation

Präoperatives Gewicht          
Idealgewicht          
Übergewicht          
Gewichtsabnahme          
% EWL          

 

ERNÄHRUNG NACH GASTRIC-BANDING

Die Gastric-Banding-Operation wurde entwickelt, um eine sichere und weitgehende Gewichtsabnahme bei krankhaft übergewichtigen Patienten herbeizuführen. Gleichzeitig müssen allerdings die Eßgewohnheiten geändert werden, um den gewünschten Gewichtsverlust zu erreichen und zu halten. Die nachfolgenden Empfehlungen wurden unter Berücksichtigung der Erfahrungen von erfolgreich operierten Patienten erarbeitet.

Nach der Operation ist das Volumen Ihres Magens erheblich verkleinert, d.h. Sie können jetzt nur noch kleine Mahlzeiten zu sich nehmen, etwa soviel wie in halbes Brötchen pro Mahlzeit. Das bedeutet, daß Sie mehrere kleinere Portionen (ca. 4-5 Mahlzeiten) essen müssen.

In den ersten 3-4 Wochen nach der Operation sollten Sie eine flüssig-breiige Kost essen. Danach können Sie wieder nach und nach auf normal zubereitete Nahrungsmittel übergehen. Ausgiebiges Kauen ist daher sehr wichtig. Kauen Sie jeden Bissen mindestens 10mal oder öfter, solange bis das Essen im Mund richtig breiig ist. Erst dann darf geschluckt werden. So können Sie eine Verstopfung der ca. 1cm großen Öffnung verhindern. Tasten Sie sich langsam heran. Tauschen Sie nicht gleich alle breiige Kost gegen feste Speisen aus.

Prinzipielle Empfehlungen:

Planen Sie einen Zeitraum von 30-45 Minuten für jede Mahlzeit.

Erklären Sie Ihren Angehörigen, warum Sie so langsam essen müssen.

Essen Sie niemals zwischendurch oder im Vorbeigehen, besser sind feste Mahlzeiten.

Nehmen Sie nur kleinste Bissen. Verwenden Sie evtl. einen Kaffeelöffel.

Essen und Trinken Sie niemals gleichzeitig.

Warten Sie ca. 1 Stunde nach dem Essen, bevor Sie wieder trinken.

Trinken Sie immer in kleinen Schlucken.

Essen Sie nicht zu heiß oder zu kalt.

Essen Sie nicht zu süß, zu scharf, zu sauer oder zu fett.

Achten Sie auf Ihr Sättigungsgefühl. Hören Sie auf, sobald Sie sich satt fühlen, auch wenn Sie noch etwas auf Ihrem Teller haben.

Achten Sie auf den Geschmack. Lernen Sie jeden Bissen zu genießen.

Eine Überfüllung des Magens verursacht auf Dauer wieder eine Ausdehnung des jetzt verkleinerten Teil des Magens und führt schließlich zu anhaltendem Erbrechen, möglicherweise auch zu weiteren schwerwiegenden Komplikationen, welche unter Umständen die Entfernung des Magenbandes erfordern. Zu Anfang werden Sie in 20-30 Minuten nur wenig pürierte Nahrung zu sich nehmen können, etwa 3-4 Eßlöffel voll.

Anzeichen der Sättigung können sein:

1. Ein Druck- oder Völlegefühl im Zentrum des Magens direkt unter dem Brustkorb.

2. Ekelgefühle

3. Schmerzen in der Schulter- oder Brustgegend.

Sollten Sie sich übergeben müssen und sollte dies den ganzen Tag anhalten, nehmen Sie bitte keine feste Nahrung mehr zu sich. Nippen Sie nur an klaren Flüssigkeiten (Säfte, Brühe oder Tee). Die Übelkeit kann Folge von zu viel Mageninhalt oder schlecht gekauter Nahrung sein. Wenn der Brechreiz länger als 24 Stunden anhält, setzen Sie sich bitte mit der Klinik in Verbindung.

Die häufigsten Gründe für den Brechreiz sind:

1. Zu schnelles Essen und mangelndes Kauen der Nahrung

2. Zu große Mengen während einer Mahlzeit

3. Trinken direkt vor oder nach dem Essen

4. Fehlende Bewegung nach der Mahlzeit

5. Speisen, die Sie nicht oder noch nicht vertragen.

Müssen Sie Erbrechen, leiden Sie unter Völlegefühl oder Unwohlsein nach dem Essen, prüfen Sie folgende Fragen:

- Habe ich zu schnell gegessen?

- Habe ich oft genug gekaut?

- Habe ich zu viel gegessen?

- Habe ich zum Essen getrunken?

- Habe ich zu bald nach dem Essen getrunken?

- Habe ich mich zu bald nach dem Essen hingelegt?

Erfahrungsgemäß sind folgende Lebensmittel geeignet, bzw. können problematisch sein:

geeignete Lebensmittel

  geeignete Lebensmittel ungeeignete Lebensmittel
Brot: Graubrot, Buttermilchbrot, Knäckebrot grobgeschrotetes Vollkornbrot, Brötchen
Fette: Halbfettmargarine, wenig Kochfett, Pflanzenöl Butter, Schmalz, Sahne, Speck
Brotbelag: kalorienreduzierte Konfitüre, fettarme Streichwurst, fettarmer Streich-/Schnittkäse, Magerquark gezuckerte Konfitüre, fette Wurst,   fetter Käsebelag, Sahnequark
Zwischenmahlzeiten: Molke, fettarmer Joghurt(ungezuckert) , Quarkspeisen, (ungezuckert)  gekochtes,ungezuckertes Obst, kalorienreduzierte Säfte fettreiche Milch, Fruchtjoghurt (gezuckert), frisches Obst, Müsli, Ananas-u. Kiwikompott, Kuchen, Süßigkeiten
Fleisch: fettarmes Fleisch mit wenig Fett zubereitet ohne mehlgebundene Soßen ganze, fette Fleischstücke
Gemüse: gegartes Gemüse ohne gebundene Soßen Salate, Spargel, Schwarzwurzel, Mais, Hülsenfrüchte
Beilagen: Kartoffelpüree, Kartoffelschnee Reis, Nudeln, Pommes frites,   Kroketten, Klöße

Die Verträglichkeit diverser Nahrungsmittel ist individuell sehr unterschiedlich und hängt von der gegessenen Menge und besonders auch vom ausreichenden Kauen ab.

Von einigen Patienten wissen wir, daß sie Schwierigkeiten hatten mit:

- grobfaserigem Fleisch, besonders Rindfleisch

- mit der Haut von Orangen, Mandarinen, Grapefruits, Trauben

- mit der Haut von Tomaten, Mais, weißen Bohnen

- mit grünem Salat, Sauerkraut

- mit scharfen Gewürzen

- mit frischem Brot und Teigwaren

- mit gebackenen Nahrungsmitteln

-> Pürieren, mixen oder zerkleinern Sie Ihre Lebensmittel, pressen Sie aus und mahlen Sie entsprechende Lebensmittel, denn es besteht die GEFAHR DER VERSTOPFUNG des Durchlasses.

Speisen und Getränke, welche aufgrund ihres Kaloriengehaltes ungünstig sind:

Speiseeis, Cola, Fanta, Sirup, gezuckerte Fruchtsäfte (200ml frisch gepreßter oder 100% reiner Fruchtsaft sind pro Tag erlaubt), Torten und Kuchen, Kakao und Schokoladenpudding, Speisen mit viel Zucker oder Schlagsahne, fette Soßen, Kekse. Knabbergebäck, Nougat, Pralinen, etc.

Vitamine und Mineralstoffe

Auf der einen Seite sollten Sie keine zu großen Mengen essen, auf der anderen Seite ist es aber wichtig, eine ausgewogene Nahrung zu sich zu nehmen. Neben Eiweiß, Fett und Kohlenhydraten brauchen Sie auch Vitamine und Mineralstoffe.

Beachten Sie daher folgendes:

Täglich mindestens 1 Milchprodukt (Joghurt, Quark, Käse, Milch)

1 Stück Obst oder Kompott

Graubrot oder Vollkornbrot

Kartoffeln oder Reis

1 x Gemüse oder Salat oder Rohkost

wöchentlich höchstens 2 x Fisch

3 x Fleisch - fettarm

2 x Wurst - fettarm

2 x ein Ei

Welches Fett kann verwendet werden?

wenig Butter als Aufstrichfett

zum Kochen Sonnenblumen- oder Maiskeimöl wenig

Olivenöl für den Salat

Zusätzlich wird ein kaubares oder flüssiges Multi-Vitaminpräparat für die ersten Wochen empfohlen, fragen Sie Ihren Apotheker um Rat.

Milch ist ein wichtiger Bestandteil Ihrer Diät, der wichtige Proteine und Calcium liefert. Wenn Sie Milch als Getränk nicht vertragen, sollte sie durch Suppen, Pudding oder Käse in die Diät eingebracht werden.

Stellen Sie Ihren Speiseplan auf eine kalorienreduzierte Mischkost um. Damit erreichen Sie eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen.

Beispiele:

Frühstück: Tee, Kaffee, Magerkakao

1 weiches Ei

Hüttenkäse oder Gervais oder Butter oder Margarine

Knäckebrot, Toastbrot, Vollkornbrot (nicht ganz frisch)

Corn flakes, Joghurt

2. Frühstück: Joghurt, Fruchtmus, Buttermilch, Rohkost, Kompott

Hauptmahlzeit: immer eine Portion Gemüse oder Salat

(keine Hülsenfrüchte, keine Schalen, kein grüner Salat)

Kartoffeln, Reis, Semmelknödeln

Eierspeisen

Fleisch püriert und gehackt kein Problem

kein faseriges Fleisch verwenden

immer gut weichkochen und sehr gut kauen

Abendessen: klare Suppe mit Einlagen oder Cremesuppe

Brotsorten wie beim Frühstück

Streichkäse, Fisch, Leberwurst (vorsicht Fett!)

Getränke: Magermilch, Buttermilch

verdünnte Frucht- und Gemüsesäfte

Kaffee, Tee, mildes Mineralwasser, zuckerfreie Limonaden

Trinken ist wichtig, sollte jedoch nicht gleichzeitig mit dem Essen erfolgen. Erfahrungsgemäß sind kohlensäurehaltige Getränke nicht gut verträglich. Achten Sie auch bei Getränken auf den Energiegehalt. Flüssigkeit ist nötig, um verlorengegangenes Körperwasser zu ersetzen und Austrocknung zu verhindern.

Empfehlenswerte Getränke sind auch Kaffee und Tee.

Weitere Empfehlungen zum Trinken:

1. 30-40 Minuten vor und nach dem Essen sollten Sie nicht trinken, um eine Überfüllung

des Magens zu vermeiden.

2. Nippen Sie nur an den Getränken und achten Sie besonders auf die Menge.

3. Vermeiden Sie hochkalorische Getränke wie Milchshakes, Limonade, Bier und andere

alkoholische Getränke.

Durch das Trinken von hochkalorischen Getränken werden viele Kalorien aufgenommen, ohne ein Sättigungsgefühl zu bewirken. Dies bedeutetgleichzeitig eine verminderte Gewichtsreduktion.

Alkoholische Getränke 100-125 Kalorien (Gin, Wodka, Whiskey)

Bier (0,33l) 150 Kalorien

Milchshake (groß) 840 Kalorien

Limonade (Dose 0,33l) 160 Kalorien

Milch (1/4l; 3,5%) 160 Kalorien

Insgesamt sollten Sie über den Tag verteilt 2-3 Liter Flüssigkeit zu sich nehmen (am besten stilles Wasser).

Der Gewichtsverlust erfolgt schrittweise, und es gibt Phasen, in denen über 3-4 Wochen kein Gewichtsverlust stattfindet. Das ist normal und darf Sie nicht entmutigen. In der Regel können Sie 2 Jahre nach der Operation Ihr Zielgewicht erreichen.

Literatur

1 Council on Scientific Affairs. Treatment of obesity in adults. JAMA 1988; 260: 2547-2551

2 Kuzmak L. Silicone gastric banding: a simple and effective operation for morbid obesity. Contemp Surg 1986; 28: 13-18

3 Hallberg D, Forsell P. Ballongband vid behandling av massiv övervikt. Svensk Kirurgi 1985; 43 (2): 106.

4 Belachew M, Legrand M, Jaquet N. Laparoscopic placement of adjustable silicone gastric banding in the treatment of morbid obesity: an animal model experimental study. Obes Surg 1993; 3: 140

5 Hell E, Lang B. Postoperative Komplikationen nach vertikaler bandverstärkter Gastroplastik in 235 Fällen. In: Standards in der Chirurgie. Boeckl o. Waclawiczek HW (Hrsg.). W.Zuckerschwendt Verlag 1995, München Bern Wien New York.

6 Berns KE, Smith DC , Kelly KA, Sarr MG. Reoperative bariatric surgery. Lessons learned to improve patient selection and results. Ann Surg 1993; 218: 646-653

7 Miller K, Rettenbacher L, Hell E. Adjustments and leak detection of the adjustable silicone gastric band (ASGB) and Lap-band TM adjustable gastric (LAGB) band system. Obes Surg 1996; 6: 406-411

8 Hell E., Miller K. Bariatric Surgery in Austria. Obes Surg 1996; 6: 369-370

9 Miller K., Hell E. Das Aufklärungsgespräch in der Chirurgie der morbiden Fettsucht. Acta Chir Austriaca 1996; 121:110-111