FAKTEN ÜBER KRANKHAFTE ÜBERGEWICHTIGKEIT UND DEREN BEHANDLUNG [zurück]

Morbide Adipositas ( krankhafte Übergewichtigkeit) ist eine chronische, lebenslange, multifaktorielle, anlagebedingte Erkrankung von exzessiver Fettablagerung mit hoch signifikanten medizinischen, psychischen, physischen, sozialen und ökonomischen Begleiterscheinungen. Als solche sind auch erbbedingte, biochemische, hormonelle, umweltbedingte, verhaltensbedingte, gesundheitliche und kulturelle Elemente miteinbezogen.

Krankhafte Übergewichtigkeit stellt ein extremes Gesundheitsrisiko dar, ist aber selten das Resultat eines unmoralischen Verhaltens oder Suchtproblems. Es besteht eine extrem hohe Fehlerquote bei krankhafter Übergewichtigkeit eine Gewichtsreduktion von auch nur 10 % auf längere Sicht mit jeder wie immer gearteten nichtoperativen Behandlung zu erreichen bzw. zu erhalten.

Die Adipositaschirurgie hat andererseits erfolgreich bewiesen, das beste und wirkungsvolle Mittel in der Behandlung und Vorsorge lebensbedrohender Komplikationen sowie schwerer degenerativer Probleme der krankhaften Fettleibigkeit zu sein. Sie ist angezeigt aufgrund der Wirkungslosigkeit nichtoperativer Behandlungsmethoden sowie des hohen Risikos unbehandelter Übergewichtigkeit. Sichere wirkungsvolle operative Behandlungsmethoden erhöhen Lebensdauer- und Qualität extrem übergewichtiger Personen.

Derartige Operationen werden in erster Linie zur Behandlung der Begleiterkrankungen extremer Übergewichtigkeit durchgeführt. Obwohl die Gewichtsabnahme einen wichtigen Teil dieser Behandlung darstellt, ist sie nur ein nebensächliches Ziel, wie z.B. ein mögliches kosmetisches Ergebnis.

Atemstillstand während des Schlafes (Schlafapnoe), Hyperventilation, Herzversagen oder andere lebensbedrohende Komplikationen können Folgen einer extremen Übergewichtigkeit sein und eine Notfalleinweisung bzw. Behandlung erfordern.

Die physische Dimension (körperliche Erscheinungsform) diskriminiert extrem Übergewichtige und verweigert ihnen oftmals den Zugang zu medizinisch notwendiger Behandlung. Eine derartige Diskriminierung und konsequenter Ausschluss ist unannehmbar.

Es gibt aber auch keine Rechtfertigung von extrem übergewichtigen Personen zu verlangen, an Langzeitprogrammen zur Gewichtsreduktion teilzunehmen, um das Ergebnis als Prognosefaktor für eine derartige Operation heranzuziehen, es sei denn, es gibt für den behandelnden Operateur schwerwiegende Gründe, dies zu verlangen.